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KISS

Danke an Johannes für seinen Beitrag!

Am letzten Dienstag war Time for Rock’n’Roll – Time for KISS!

Bereits die Vorbands Five and the Red One und Taking Dawn (letztere sprangen kurzfristig für Wolfmother ein) heizten die Halle gut an und so langsam füllten sich die Plätze. Sehr pünktlich, kurz vor 21 Uhr, ging es los: der Vorhang lüftete sich… und plötzlich waren Sie da – begleitet von Flammen schwebten Sie auf einer Bühne herab und Paul Stanley „The Starchild“ hieß „Laipsig“ willkommen. Los gings mit „Modern Day Delilah“ und „Cold Gin“. Kann man da noch ruhig stehen bleiben? Ich konnte es nicht und so ging es allen. Die Bühnenshow war der Wahnsinn, aber hat man von KISS etwas anderes erwartet? Der Schlagzeuger, Eric Singer „The Cat“, wurde auf einer Hebebühne weit nach oben gefahren. Gene Simmons, wohl eher bekannt als „The Demon“, streckte wie gewohnt seinen geschätzten 25 Zentimer Lappen von Zunge Richtung Menge. Und ja, wie immer: Es kam an! Thommy Thayer „The Spaceman“, seit 2002 dabei, führte an der Leadgitarre souverän die rockige Melodie und auch sein Solo war nicht von schlechten Eltern.

Nach ca. einer Stunde schien das Publikum etwas schläfriger zu werden. Paul pushte die Stimmung wieder mit einem Klatschkonzert. Das Feuerwerk und vor allem die genialen Klänge taten Ihr übriges. „The Demon“ verwandelte sich, war nicht mehr Herr seiner Sinne, spuckte Blut und Feuer: eine einzigartige Einlage.

Es ging dem Ende entgegen… das Publikum musste, oder besser wollte, mitsingen, mit „Lick It Up“ gefolgt von „Shout It Out Loud“. Man merkte, daß die „Laipsiger“ nicht ganz so textsicher waren… okay ich auch nicht, trotz dessen bebte die Arena. Nun kam der vielleicht spektakulärste Act der Show… „The Starchild“ schwebte an einer Stange auf ein Podest in die Mitte des Publikums. Wir standen direkt vor Paul während er den Hit „I Was Made For Loving You“ zelebrierte. Nach mehrmaligem Umschauen erkannte ich, dass es wohl fast niemanden gab, der nicht mitsang. Abgerundet wurde der Act mit riesigen Konfetti-Kanonen, welche das Publikum geschätzte 5 Minuten lang beschossen. Danach verschwanden die Jungend-Idole vieler Gäste um nach mehreren „Zugabe-Rufen“ das tolle Konzert mit „God Gave Rock’n’Roll To You“ und „Rock And Roll All Nite“ abzurunden.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich selten so eine perfekte, überwältigende und pompöse Show erlebt habe. Wenn dazu noch so eine legenäre Band wie KISS spielt und dies nach den vielen Jahren immer noch so gut beherrscht, dann stimmt einfach alles! Trotz teilweise schlechter Kritiken der Medien muss gesagt sein, dass ich jedem diese Show empfehle: We Wanted the Best, We Got the Best!

Fletsch von „Five and the Red One“
Dave von „Five and the Red One“
Chris Babbitt und Mikey Cross von „Taking Dawn“
Mikey Cross von „Taking Dawn“
Chris Babbitt von „Taking Dawn“
Gene Simmons (The Demon) von „KISS“
Paul Stanley (The Starchild) von „KISS“
Paul Stanley (The Starchild) von „KISS“
Gene Simmons (The Demon), Tommy Thayer (The Spaceman) und Paul Stanley (The Starchild) von „KISS“
Der Andrang im Graben hatte ein bisschen was vom „Sturm aufs kalte Buffet“... ;-)

Live

Nachdem ich nun seit etwa zweieinhalb Jahren Konzerte fotografiere, habe ich einmal eine kurze Bildübersicht über die Zeit in Form einer Video-Diashow erstellt. Ich wünsche viel Freude damit…

Europe & Gotthard

Aktuell sind Gotthard zusammen mit Europe auf Tour. „Europe – die gibts noch?“, war die allgemeine Reaktion auf diese Feststellung. Ja, es gibt sie noch, oder besser: Es gibt sie wieder, seit Europe 2004 ein neues Album veröffentlicht haben. Dass Gotthard auch durchaus hörbar sind, wusste ich noch von letztem Jahr, wo ich die Schweizer auf dem Magic-Circle-Festival und als Vorband für Deep Purple erleben durfte – also: nix wie hin.

Gelohnt hat es sich allemal. Europe-Sänger Joey Tempest sieht zwar nicht mehr aus wie zwanzig (was zu verzeihen ist, denn er ist es ja auch nicht mehr) und er erreicht nicht mehr die Höhen von damals. Abgesehen davon hat die Band aber nicht verlernt, was es heißt guten Hardrock darzubieten. Nach über einer Stunde Europe standen Gotthard auf der Bühne. Nachdem ich die Truppe ja nun schon zweimal erlebt habe musste ich feststellen: So gut wie dieses Mal war es noch nicht. Die Menge tobte und die Band hatte ganz offensichtlich auch ihren Spaß. Sicher nicht nur mein persönlicher Höhepunkt war übrigens ein Trommelduel zwischen dem Sänger Steve Lee und dem Drummer Hena Habegger. Ich war wirklich erstaunt, wie gut Steve mit diesem Werkzeug umzugehen wusste, hatte ich ihn doch bisher nur am Mikro erlebt.

Europe

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Gotthard

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Musik zwischen den Welten

Was passiert, wenn sich Folk-Rocker Benni „Cellini“ Gerlach (Letzte Instanz) und Anna Katharina Kränzlein (Schandmaul) auf ihre ruhigeren Wurzeln besinnen und Soloprojekte verfolgen? Nichts anderes, als Musik vom Feinsten.

Benni Gerlach am E-Cello, der zusammen mit Karl Helbig am Saxophon das Duo Land Über bildet, gaben am Freitag den musikalischen Auftakt zu einem wunderschönen Abend. Ihr ruhige, sphärische Musik, die sie selber als „Minimentalimpromantik“ bezeichnen, entführte das Publikum in weit entfernte Welten und andere Zeiten. Das Ziel, Musik zu schaffen, die gänzlich ohne Rhythmus auskommt, haben sie zwar, wie Benni während des Abends selber feststellte, nicht ganz erreicht, aber eines haben Sie geschaffen und gespielt: Musik für die Seele. Und das spürte und dankte das Publikum mit tosendem Applaus.

Nach einer kurzen Umbaupause, in der die beiden Jungs von Land Über schnell gemerkt haben, dass sie sich bei der Anzahl der mitgebrachten CDs arg verschätzt haben, denn sie gingen weg „wie warme Semmeln“, ging es über zum zweiten Teil: Das für Anna Katharina Kränzlein die Violine kein Fremdwort ist, zeigt die diplomierte Geigerin ja schon in der Mittalalter-Rockband „Schandmaul“. Solo hat sie aber die Möglichkeit, zu zeigen, was sie wirklich kann – und die hat sie genutzt. Zumindest das Publikum der Dreikönigskirche weiß nun, dass sich Anna Katharina nicht hinter bekannten Größen wie Nigel Kennedy oder David Garrett verstecken muss und die Beschreibung „virtuos“ durchaus nicht geprahlt ist. Unterstützt von Michael Ende am E-Bass und Specki T.D. (beide auch von der Letzten Instanz) spielte sie sowohl bekannte klassische Stücke als auch Eigenkompositionen. Neben Geige und Drehleier wusste Anna Katharina auch von ihrer Stimme Gebrauch zu machen und gab auch gesanglich zwei Lieder zum Besten, darunter auch eines aus dem 13. Jahrhundert.

Nach über zwei Stunden Musik für Ohren und Seele wurde das Publikum unter stehenden Ovationen nach Hause entlassen, abermals mit der Gewissheit, dass es sich auch durchaus lohnen kann, abseits der bekannten Sachen zu lauschen.

Land Über …

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… und Anna Katharina & Band…

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