Von andalusischen Hunden und glücklichen Schweizern

Gestern habe ich wieder einmal Neuland betreten: das Ensemble für zeitgenössische Musik El Perro Andaluz spielte das Konzert „GlobalEAR Schweiz – die Musik eines glücklichen Volkes“ im Dresdner Stadtmuseum. Zugegebenermaßen nicht ganz meine Musik – ich würde es gar eher als moderne Klangkunst, denn als Musik nach meinem Verständnis definieren – so war es doch nicht zuletzt eine durchaus spannende Horizonterweiterung. Wo sonst bekommt man bei einem Konzert ein viertelstündiges Stück in (nahezu) völliger Dunkelheit geboten (ohne Stromausfall), bei dem die Musiker im ganzen Raum verteilt stehen und sitzen? (Zugegeben, das Licht in manchen Clubs kommt der völligen Dunkelheit schon ziemlich nahe.) Und wo sonst werden klassischen Instrumenten, wie Violinen, Celli und Flöten, aber auch dem Saxophon, Klänge entlockt, die ich nie für möglich gehalten hätte?

Noch aus anderem Grund war das Konzert eine neue Erfahrung: Fotografiere ich doch häufiger (eher laute) Rockkonzerte, bestand dieses zu großen Teilen aus eher leisen, geradezu minimalistischen Passagen. Das macht das Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera durchaus zu einer kleinen Herausforderung, denn ich möchte das zahlende Publikum natürlich nicht mit ständigem Klicken stören. Da so ein Konzert fotografisch natürlich bei Weitem nicht so dynamisch ist, wie ein Rockkonzert, habe ich also nicht selten auf ein Motiv angelegt und den nächsten Fortissimo-Ausreißer abgewartet, um auszulösen. Das ging sogar so weit, dass ich sehr schnell meine Stiefel auszog (nein, die Zuschauer wurden nicht betäubt, sie genossen nur das Konzert!) und auf Strümpfen umher schlich, da man sonst permanent meine Schritte gehört hätte.

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